Bauruine Euro

Re: Bundesregierung lehnt unbegrenzte Mittel für ESM ab
Diverse Nationen der Euro – Zone wünschen sich unlimitierte Handlungsmöglichkeiten der EZB, um die aktuelle Krise zu überwinden. Vor allen Dingen die Bundesregierung stellt sich quer und fürchtet um die Stabilität der gemeinschaftlichen Währung. Wissen Frau Merkel und ihre Gesinnungsgenossen einmal wieder alles besser???

Für lange Zeit galt die FDP als eine Partei mit ausgeprägten Kompetenzen für wirtschaftliche Fragen. Diesen Ruf erhielt die Liberalen, weil sie sich als Freiheitliche Partei Deutschlands dem Neoliberalismus verpflichtet fühlten. Stets hat die FDP dogmatisch die Deregulierung der Märkte vorangetrieben und damit ist sie mitverantwortlich für die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise.

Zahlreiche Bundesbürger scheinen der FDP noch immer wirtschaftspolitische Kompetenzen zuzuschreiben. So erfährt sie zur Zeit mehr Zustimmung womöglich aufgrund ihrer lautstarken Verbalattacken gegenüber allen Bestrebungen, den Währungswert des Euro aufzuweichen.

Gegenwärtig gibt es in vielen europäischen Ländern eine überdeutliche Argumentation für die unbegrenzte Refinanzierungsmöglichkeit des ESM bei der EZB. Das sind Hilferufe von nationalen Regierungen, welche die Verhältnisse in ihrem Land besser kennen und beurteilen können als die populistischen FDP – Politiker. Nicht wenige nationale Regierungen haben offenkundig mittlerweile große Angst vor der eigenen Staatspleite – ohne dies offen aussprechen und damit an die „große Glocke“ hängen zu wollen. Diese Ängste sind berechtigt.
Mittels des unlimitierten direkten Aufkaufs von Staatsschulden könnte der ESM theoretisch alle Staatskrisen in Europa beenden. Der Preis dafür wäre jedoch notwendiger Weise eine zunehmende, möglicherweise sogar galoppierende Inflation.

Es ist nicht so, dass diese grundlegenden volkswirtschaftlichen Erkenntnisse den Leuten nicht einsichtig sind. Für wie blöd halten FDP – Politiker eigentlich die Repräsentanten anderer Regierungen???
Aufgrund des unbegrenzten Aufkaufs von Staatsschulden werden den kriselnden Staaten in ebenso unbegrenzter Höhe Geldmittel zur Verfügung gestellt. Dadurch wird die Geldmenge erheblich erweitert. Allerdings wächst die Gütermenge nicht zeitgleich in demselben Umfang. Das Ergebnis ist, dass mehr Geldeinheiten einer gleichbleibenden Gütermenge gegenüberstehen. Von daher kommt es zur Inflation, zur Geldentwertung.
Diese volkswirtschaftlichen Zusammenhänge sind banal und entsprechen bestenfalls dem Niveau der gymnasialen Oberstufe. Und auf diesem „fachkompetenten“ Niveau argumentieren gegenwärtig die Spitzenpolitiker der FDP.

Jedoch wird bei der Befürchtung von ESM – induzierter Inflation unterschlagen, dass mittlerweile nicht wenige Staaten der EU kurz vor der Pleite stehen. Sofern es zu den ersten Staatspleiten kommt, verlieren die internationalen Anleger massiv das Vertrauen in den Euro und werden ihr Geld anderweitig investieren. Dann würde der Druck auf die kriselnden Regionen der Eurozone aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten noch erheblich steigen. Die Wahrscheinlichkeit für weitere Staatspleiten würde sich exponentiell erhöhen: Eine Kettenreaktion ist dann möglich.
Auch in diesem Fall käme es zur Inflation, weil niemand mehr den Euro haben mag. Von daher ist eine umfangreiche Inflation sowieso nicht mehr abzuwenden. So weit können offenkundig die FDP – Spitzenpolitiker nicht denken.
Das Vertrauen in eine Währung ist letzten Endes entscheidend.

Die Hyperinflation des Euro ist unvermeidlich, weil die Währungsunion eine Bauruine ist. Die Gemeinschaftswährung ist zum Scheitern verurteilt.
Allerdings könnte die unlimitierte Refinanzierungsmöglichkeit des ESM bei der EZB realwirtschaftliche Schäden abmildern, welche ganz sicher beim Auflösungsprozess der Währungsunion auftreten werden.
Sofern Staaten in die Pleite gehen, droht der Verlust von Infrastruktur und damit eine dauerhafte Schrumpfung der Wirtschaftskraft. Die dann in Gang gesetzte Negativspirale würde die europäischen Volkswirtschaften wenigstens um etliche Jahre zurückwerfen.
Um dies zu verhindern, sind die inflationsfördernden Eingriffe der EZB wünschenswert. Parallel dazu sind umgehend wieder nationale Währungen neben dem Euro einzuführen. Nur auf diese Weise kann der wirtschaftliche Kollaps der EU noch abgewendet werden.
Je schneller der Euro jetzt aufgegeben wird, desto geringer sind die realwirtschaftlichen Schäden.

Der Euro ist schon vollkommen falsch konzipiert worden. Die europäischen Nationen sind gegenwärtig zu heterogen für diese Form von Währungsunion.
Die zwangsweise Homogenisierung mittels eines Spardiktats und der brachialen Haushaltskonsolidierung würde die demokratische und politische Freiheit der europäischen Nationen in nicht mehr akzeptabler Weise beeinträchtigen.

Es bleibt nur noch ein sinnvoller Ausweg: Die Auflösung der bestehenden Währungsunion. Dies vollzieht sich sowieso aktuell über eine absehbar galoppierende Inflation. Die Versuche der Eurorettung sind vergeblich und kosten nur unnötig Zeit in unserer kritischen Lage.
Um die negativen Wirkungen der notwendig schon bald einsetzenden massiven Inflation abzumildern, empfiehlt es sich nationale Währungen wieder neben dem Euro einzuführen – möglicherweise zunächst nur als Buchgeld ohne das Drucken von Geldscheinen und das Prägen von Münzen.

Die Bundesregierung betreibt mit ihren fanatischen, ökonomisch wahnsinnigen Plänen der Eurorettung eine nicht mehr zu verantwortende Insolvenzverschleppung.
Aufgrund zahlreicher Fehlentscheidungen der schwarz-gelben Regierung droht bereits ein massiver ökonomischer Kollaps der EU, welcher durchaus hätte vermieden werden können.

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Weitere Diskussion:
Re: Die deutsche Regierung heizt die Eurokrise weiter an
Inflation (von lat.: „das Sich-Aufblasen; das Aufschwellen“) bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre einen andauernden Anstieg des Verhältnisses von Geldmenge zu Gütermenge, d. h. pro Gütereinheit steigt die Anzahl der Geldeinheiten. Folge hiervon ist ein Anstieg des Preisniveaus.”
(quelle: Inflation – wikipedia)
Nun gilt es die Geldmenge festzustellen. Dazu werden verschiedene Geldmengenaggregate verwendet.
“Unter der Geldmenge oder Geldmengenaggregat versteht man in der Ökonomie den gesamten Bestand an Geld in einer Volkswirtschaft, der sich bei Nichtbanken befindet… In der Volkswirtschaftslehre und von den Zentralbanken werden verschiedene Geldmengenkonzepte betrachtet, die ein »M« (für englisch money), gefolgt von einer Zahl, bezeichnen.”
(quelle: wikipedia – Geldmenge)

1. “Werden die Staaten gestützt beispielsweise durch eine inflationäre EZB – Politik, kommt es auch zur Inflation.”
Sofern der ESM unbegrenzt Staatsschulden aufkaufen kann, wird ebenfalls die Geldmenge M3 unbegrenzt erhöht: EU – Staaten geben Schuldtitel heraus, die dann vom ESM aufgekauft werden und verfügen damit über eine unendlich hohe Liquidität.
Die unbegrenzte Ausweitung der Geldmenge bei relativ gleichbleibender realwirtschaftlicher Gütermenge führt notwendig zu unbegrenzter Inflation.

2. “Wenn Staaten der Eurozone in die Pleite gehen, sinkt das Vertrauen in die Einheitswährung und es kommt zur Inflation.”
Die Geldmenge M3 betrug beim Euro im März 2011 saisonbereinigten etwa 9,603483 Billionen Euro.
Was passiert nun, wenn das Vertrauen in den Euro verloren geht und 9.600.000.000.000 Euro schnellstmöglichst in realwirtschaftliche Güter oder in andere Währungen getauscht werden sollen???
Bei einer Vertrauenskrise glauben viele Anleger, dass zahlreiche Euro-Wertpapiere – beispielsweise Schuldtitel von Krisenstaaten – zukünftig kaum noch etwas wert sind. Deshalb wird dann massenweise versucht, diese Papiere zu verkaufen bei gleichzeitig sinkender Nachfrage.
Es kommt zur Preissteigerung, weil die Bürger während der Vertrauenskrise mit ihrem Vermögen verstärkt in realwirtschaftliche Werte flüchten. So steigen beispielsweise gegenwärtig vielerorts die Immobilienpreise.
Ähnliches geschah auch zu Beginn der Hyperinflation 1923.

Mit anderen Worten: Immer weniger Leute mögen Euro-Geldmarktpapiere und damit auch Euros (M3) haben.
Sollte die Vertrauenskrise anhalten, steigt aufgrund des am Markt bestehenden Überangebots an Euros (M3) die Inflation.

FAZIT: Es wird auf jeden Fall zu einer massiven Inflation kommen, weil die Währungsunion eine Bauruine ist.
Das kann meinetwegen andauernd bestritten werden.
Das ändert nichts an den Verhältnissen.
Wir werden in den nächsten Monaten und Jahren auf jeden Fall eine außerordentlich hohe Inflation erleben – bis endlich die Währungsunion aufgegeben worden ist.

Weitere empfohlene Quellen:
abgeordnetencheck: Experte Kerber für Parallelwährung zum Euro
Financial Times: Shell misstraut dem Euro
stern: Die Sorgen des Herrn Monti
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