Die Lügen des Neoliberalismus

Re: feynsinn – Was mal gesagt werden musste
Der Neoliberalismus steht häufig in der Kritik. Viele Menschen sehen diese Ideologie als gescheitert an. Dabei bleibt im Regelfall unklar, welches eigentlich die Schwächen des Neoliberalismus sind. Im Folgenden stelle ich einige eklatante theoretische Schwächen dar, die vom Prinzip her schon seit Dekaden bekannt sind, aber ständig von neoliberalen Dogmatikern ignoriert worden sind.

Natürlich missbrauchen die neoliberalen Ideologen fortlaufend vom Prinzip her positiv besetzte Begriffe, um für ihre Dogmenlehre zu werben.
Dabei werden regelmäßig die Verhältnisse verdreht und genau das nicht erreicht, was zuvor als “blühende” Landschaft versprochen worden ist.

Freiheit in Verantwortung ist an sich eine vernünftige Zielsetzung, weil niemand bevormundet werden mag.
Allerdings gewährleisten die neoliberalen Maßnahmen keine politische Freiheit sondern verwirklichen im Gegenteil eine Sklavenhaltergesellschaft, eine Plutokratie.
Die Gleichsetzung der “Freiheit der Märkte” mit politischer Freiheit ist grundsätzlich falsch.

Wachstum ist im Grunde nicht verkehrt, weil damit vielfach eine positive Entwicklung ausgedrückt wird. Die neoliberale Theorie kann jedoch die Entstehung von Wirtschaftswachstum gar nicht erklären:
Der entscheidende Faktor “Innovation” gilt als exogene Modellvariable in der neoliberalen Wachstumstheorie.

Die Globalisierung ist eine Entwicklung, welche die neoliberalen Dogmatiker nicht zu verantworten haben, weil es vorwiegend ein technisches Phänomen ist.
Obgleich der Neoliberalismus die Globalisierung nicht begreift, wird pauschal davon ausgegangen, dass die rücksichtslose Öffnung der Märkte immer die richtige Lösung sei.
Dies gilt auch dann, wenn vergiftetes Spielzeug, bemalter Plastikschrott, krebserregende Farben und so weiter zu den gängigen Billigimporten gehören.
Im neoliberalen Wahn verfügt der Nachfrager nämlich immer über vollkommene Information und würde niemals von den Anbietern über den Tisch gezogen werden.

Jeglicher Hinweis auf Probleme im Zusammenhang mit der Globalisierung wird pauschal als “wettbewerbsfeindlicher” Protektionismus niedergebrüllt. Dabei betreiben die “deregulierten”, “entfesselten” Konzerne selbst professionell alle denkbaren Formen von Protektionismus.

Es sind nicht die Kampfbegriffe des Neoliberalismus, welche an sich problematisch sind. Vielmehr hat der Neoliberalismus viele Begriffe zu Unrecht okkupiert.
So werden Wohlstand, Glückseligkeit und Freiheit versprochen, während Armut, Elend und Sklaverei geliefert werden.

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