Ein Allheilmittel

Ich bin Buddhistin. Der Buddhismus wird als Erfahrungsreligion bezeichnet. Dies bedeutet, dass innerhalb der buddhistischen Lehre nichts behauptet wird, was nicht jeder Mensch selbst unmittelbar als wahr erfahren kann.
Urspünglich war der Buddhismus keine Religion sondern eine philosophische Lehre. Buddha erklärte jedoch, dass nichts auf dieser Welt einen dauerhaften Bestand hat und dass dies auch für seine eigene Lehre gilt. Von daher gibt es den Buddhismus im eigentlichen Sinne nicht mehr. Er ist verschwunden.
Allerdings hinterlässt er noch eine Religion als den Glauben daran, dass der Weg zur Erleuchtung möglich ist. Ein weiteres Erbe Buddhas ist ein Allheilmittel, welches zwar nicht alles vollständig heilen kann, aber meiner Erfahrung nach immer heilsam wirkt – wenn vielleicht auch nur in geringem Umfang.

Eigentlich mag ich keine allgemeingültigen Aussagen und bin ein sehr skeptischer Mensch. In keinem anderen Zusammenhang als in dem Folgenden bin ich mir ziemlich sicher, dass etwas zu jeder Zeit für jeden Menschen gilt.
So kann ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen, dass es etwas gibt, was mir immer wenigstens ein bischen geholfen hat. Ich habe auch noch keinen Menschen getroffen, der mir das Gegenteil beweisen konnte.

Das Allheilmittel, welches ich an dieser Stelle meine, steht meines Wissens in keinem Widerspruch zu irgendeiner anderen Religion, in keinem Konflikt zu irgendeiner mir bekannten wissenschaftlichen Erkenntnis. Es kann meines Wissens angewendet werden, ohne dass irgendwelche schädlichen Nebenwirkungen auftreten.

Das gemeinte Allheilmittel ist denkbar einfach, es ist eine bestimmte Technik. Diese Technik dient dazu, den menschlichen Geist zu beruhigen und zu öffnen für tiefere Erkenntnis.
Die beruhigende Kraft, welche zugleich auch die Achtsamkeit erhöht und das Bewusstsein schärft, ermöglicht es, besser mit empfundenen Leid und Unglück umzugehen. Es wird der subjektiv wahrgenommene Schmerz reduziert und auf diese Weise können wohl auch die biologischen Selbstheilungskräfte ein wenig besser wirken. Es hat mir bisher immer geholfen – bei jeder Gelegenheit.

Es geht darum, die Konzentration auf den eigenen Atem zu fokussieren. Es geht darum, jedesmal beim Einatmen und bein Ausatmen zu zählen. Es wird bis 10 gezählt und dann wieder von vorne begonnen. Das ist alles.
Einatmen – 1, Ausatmen – 1,
Einatmen – 2, Ausatmen – 2,
Einatmen – 3, Ausatmen – 3 usw.

Es ist eine sehr einfache Technik, ein Einstieg, welcher geeignet ist für weitergehende Meditation. Es macht den Menschen in jedem Fall wenigstens für einen kurzen Augenblick etwas glücklicher und zufriedener.

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