Sexismus ist Sexismus ist Sexismus

Ein Blogger entfesselt einen Shitstorm über das „antiquierte“ Frauenbild bei der Lufthansawerbung, verweigert sich selbst jedoch jeglicher Diskussion indem er die Kommentarfunktion deaktiviert.

Das Marketing heutzutage ist prinzipiell im Großen und Ganzen kritikwürdig weitgehend unabhängig von frauendiskriminierenden Aspekten der Werbung. Kritikwürdig ist, dass die Werbung strukturell Meinungsmanipulation aus Profitgründen praktiziert.
So werden den Menschen Träume verkauft, um Kaufsehnsüchte hochzuzüchten. Das gilt nicht nur für die Lufthansawerbung sondern ebenso für die Bewerbung von „ungesunder“ Schokoladencreme oder nichtveganer Fleischwurst.
Es ist immer und überall dasselbe Phänomen: problematisches Verhalten wird als überhaupt nicht so problematisch und nicht so schlimm dargestellt.

Nur weil der Absatz nicht den Wünschen der Produzenten entspricht, gibt es doch überhaupt erst entsprechende Marketingprogramme.
Für ein Produkt, welches sich „von selbst“ verkauft, ist Marketing nur ein unnützer Kostenfaktor. Erzeugnisse, die niemand unbedingt braucht oder viele Konsumenten auch nicht in einer bestimmten Variante haben mögen, werden umworben.
Es geht beim Marketing nicht darum, die Produkte den Bedürfnissen der Kunden anzupassen sondern es geht darum, die Kunden an gewinnbringende Produktionsbedingungen anzupassen.

Sicherlich gibt es Menschen in Deutschland, welche Sehnsüchte empfinden, die dem sogenannten „Mainstream“, der trivialen Einheitsmeinung aus der Tube, nicht genehm sind. Im Regelfall landen in einer unfreien Gesellschaft diese Personen in Subkulturen.
In der Leugnung der Existenz bestimmter Werthaltungen oder im ständigen Anprangern dieser als „teuflisch“ besteht die eigentliche Bevormundung und Unterdrückung.

Eine offene, eine freiheitliche Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass gerade auch nicht linientreue Werthaltungen mit dem Verzicht auf Hetzkampagnen akzeptiert werden. Gerade den Andersdenkenden gegenüber ist Respekt zu zollen und nicht reflexartig, fremdkonditioniert mit Angstbeisserei zu reagieren.
Die als äußerst negativ zu bewertende gesellschaftliche Zerspaltung infolge der zwangsweisen Annahme bestimmter Ideale, wird meines Erachtens durch „Bessermenschen“ und „Moralapostel“ wie beispielsweise dem eingangs verlinkten Blogger gefördert. Dabei dient regelmäßig die akademische Qualifizierung als pauschale Legitimation zur Verbreitung dubioser Weltanschauungen, als Freibrief für bemerkenswert widersinnige Denkinhalte.

Erst dann, wenn in einer Kultur auch Weltanschauungen ertragen werden können, welche nicht zu 100% den gepredigten Moralvorstellungen der „Leitkultur“ entsprechen, entsteht tatsächlich ein Pluralismus.
Freiheit kann nicht mit der Keule erzwungen werden, Zwangschristianisierung und ähnliches Verbrechertum sind hingegen schon möglich.
Die insgeheime Sorge der aufklärerisch auftretenden Hassprediger ist es beispielsweise, dass wir Frauen für die „moderne“ Gesellschaft zu dämlich sein könnten. Sie halten es für wahrscheinlich, dass wir beim Sichten der Lufthansawerbung sofort zum Putzeimer greifen und devot jedem Mann zu Füssen liegen könnten, weil wir das möglicherweise von Natur aus irgendwie „geil“ finden.

So sind die Moralapostel ständig wie die Gestapo auf der Suche nach verdächtigem Material, welches im Grunde vor allen Dingen ihrer persönlichen, nicht selten „perversen“ Weltanschauung widerstrebt.
Dann werden solche Erscheinungen wie die Lufthansawerbung zum Anlass genommen, um die durch die Verfassung garantierten Grundrechte zu missbrauchen, indem auf Andersdenkende hysterisch eingeprügelt wird.
Dabei steht in der Verfassung kein Frauenbild und auch kein Männerbild. Es wird dort nur eine rechtliche Gleichstellung und eine Gleichberechtigung garantiert. Das bedeutet keineswegs, dass Frauen nicht Hausfrauen sein dürfen oder Männer nicht Firmenchefs.
Dennoch wird immer wieder so getan als sei die Gleichheit vor dem Gesetz dasselbe wie identische Formen der Lebensgestaltung.
Das ist ein Trugschluss. Daraus ergibt sich eine Gleichschaltung, die nirgendwo außer in den Köpfen mancher „Besserwisser“ funktioniert. Diese Denkweise führt automatisch zu einem Ergebnis, welches defintiv nicht verfassungskonform ist: Das Resultat wäre eine Gesellschaft, die mit allen verfügbaren Methoden die individuelle Meinungsfreiheit unterdrückt und jeglichen Pluralismus im Keim erstickt.

So ist nicht die „kuriose“ Werbung der Lufthansa verfassungsfeindlich, sondern ein „kritischer“ Text, welcher ein spezifisches Weltbild einfordert und der Leserschaft als „richtige“ Weltanschauung diktiert.
Niemand hat das Recht anderen vorzuschreiben, was sie zu denken und zu fühlen haben. Genau darum geht es bei der Meinungsfreiheit.
Wir brauchen keine feministische Gestapo, die ständig jede freie Meinungsäußerung genau analysiert und versucht dort im Ansatz das bösartige „Feindbild“ aufzudecken. Wir brauchen auch keinen feministischen Blockwart, der in den Wohnungen herumschnüffelt, um nach eigenem Ermessen die „entartete“ Gesinnung von unliebsamen Bürgern nachzuweisen.

Es ist mir unklar, weshalb nur so wenige Frauen gegen die verschiedenen Formen von Genderfaschismus rebellieren. Ebenso unklar ist mir, dass die sogenannten Feminazis nicht vom Verfassungsschutz überwacht werden.
Merkt ihr nicht, liebe Schwestern, dass diese Leute uns jegliche Freiheit nehmen, uns genau vorschreiben wollen, was wir zu denken und zu fühlen haben??? Merkt ihr denn nicht, dass sie uns in Käfige sperren wollen, aus denen wir uns niemals wieder befreien können??? Merkt ihr nicht, dass diese „Bessermenschen“ genau dieselben Typen sind, die uns schon immer unterdrückt haben???

Ich weiß selbst, wer ich bin. Ich brauche niemanden, der mir erklärt, welche „Rollenvorstellungen“ für mich richtig sind.
Ich brauche niemanden, der mir erklärt, dass ich mich über bestimmte Weltbilder zu empören habe.
Ich kann selbstständig denken und verbitte mir, dass irgendein „Einfallspinsel“ im Namen der Verfassung gerade den Geist der Verfassung wie ein Elefant im Porzellanladen zertrampelt.

Wir brauchen weder die meines Erachtens „müllige“ Lufthansawerbung noch die meiner Ansicht nach ebenso „müllige“ Zwangsaufklärung über die „richtige“ Weltanschauung.
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Empfohlene Quellen zum Thema:
fokusonline: Aufstand gegen sexistische Lufthansa-Werbung
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