Soziale Netzwerke

—Weshalb soziale Netzwerke nicht ungefährlich sind.—

Soziale Netzwerke machen Spaß, fördern die Kommunikation und bieten schöne Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen sowie neue Freunde zu finden. Die geselligen Netzwerke bringen jedoch auch Gefahren mit sich. Dabei sind sich viele User dieser Gefahren kaum bewusst.

Es ist zur Mode geworden, soziale Netzwerke im Internet zu benutzen und Kontakte via facebook oder google+ zu knüpfen. Das ist im Grunde sehr schön, weil so das gegenseitige Verständnis gefördert werden kann. Menschen können sich schnell und bequem auf diese Weise kennenlernen, sich über ihre Interessen austauschen und Spaß miteinander haben. :)

Nun schreiben Millionen von Menschen über ihre Gefühle, Interessen, Motivationen und ihre Gedanken. Zum Zwecke der Optimierung der Kundenbedürfnisse werden natürlich alle Daten abgespeichert. Je mehr der Kunde über sich preisgibt, desto besser ist das doch für alle!!!
Für alle??? Stimmt das auch???!!!

Einige Marketingfachleute mögen sogar die Kundenbedürfnisse in den Fokus jeder unternehmerischen Aktivität stellen nach dem Motto:
Der Kunde ist König!!!

btw: Und wer sind die Arbeitnehmer in diesem Zusammenhang??? O.O

Wir möchten uns gerne diesem Gedanken anschließen, weil er so wunderschön karitativ erscheint: Der Unternehmer als wohlmeinender Menschenfreund, der ein wenig Gewinn mit seiner übermäßigen Fürsorge erzielt.
Nächstenliebe muss sich doch endlich auch rentieren oder etwa nicht???
Sex sells!!! 😉

Jedoch ist es fraglich, ob diese Marketingphilosophie realistisch ist und stets funktioniert oder eher den Wunschphantasien einiger naiver oder gar sex-besessener Personen entspringt.:(

Unternehmen müssen Gewinne erwirtschaften und dazu sind ihnen alle Mittel recht: Sie bewegen sich sehr oft an der Grenze der Legalität. Moralische Überlegungen dienen ihnen bestenfalls als Marketing-Gag oder dazu, um je nach Bedarf das beschädigte Unternehmensimage etwas aufzuhübschen.
Selbstverständlich kann es sich ein Unternehmen nicht leisten am Markt vorbeizuproduzieren. Aber allein das Anbieten von nachgefragten Gütern macht die Produzenten nicht zu Heiligen!!! :(

Es stellt sich für die Wirtschaftsunternehmen die Frage, welche Strategie funktioniert und was kostengünstiger zu realisieren ist: Ist es besser, die Produkte auf die Kunden oder die Kunden auf die Produkte einzustellen???

Dabei ist die Berücksichtigung von indivuduellen Wünschen immer ein Kostenfaktor. Teilweise wird versucht dies auf den Kunden im Rahmen einer Preisdifferenzierung abzuwälzen.
Tatsächlich sind die Unternehmer bestrebt so wenig Kundenbedürfnisse abzudecken wie zwingend notwendig. Individuelle Sonderwünsche werden vorwiegend als störende Zusatzkosten mit einem gezwungenem Lächeln wahrgenommen.

Nur wenn es gelingt die Kundenbedürfnisse fortlaufend zu reduzieren hinsichtlich einer erwünschten Konformität, kann der Unternehmer nachhaltig Skaleneffekte abschöpfen und zunehmend gewinnbringend produzieren.
Die Zusammenfassung der Wünsche möglichst vieler Kunden zu einem profitabel herstellbaren Wirtschaftsgut ist das Geheimnis des ökonomischen Erfolgs.
Zum einen gelingt dies, indem gleichförmige Kundenbedürfnisse erkannt und ein entsprechendes Produkt auf dem Wege der Innovation entwickelt wird. Zum anderen gelingt dies, indem die Kunden zu einer homogenen Masse manipuliert werden. Natürlich werden solche wesentlichen Zusammenhänge niemals thematisiert: Die Kunden würden derartige Gedanken nur unnötig bei der Kaufentscheidung verunsichern!!! 😉

Bedauerlicher Weise ergibt sich gegenwärtig das Problem, dass echte Innovation immer mehr zu einer kuriosen Rarität in der westlichen Welt wird. Aus dieser Notlage heraus wurde der Innovationsbegriff stark erweitert, um die Kundschaft zu beruhigen und ihr vorzutäuschen, dass noch immer genügend fortschrittliche Erneuerung da sei.
Es gilt bereits als interne Innovation, wenn ich mir einfach via copy&paste etwas aneigne und dann morgen reproduziere, was andere bereits schon heute machen: immerhin habe ich es dann zum ersten Mal selbst gemacht und das ist neu. :)
Diese spitzfindige Perspektive der Marketingkoryphäen kann auch nachvollziehbar erklären, warum wissenschaftliche Plagiate eigentlich außergewöhnlich innovativ sind: der Plagiator hat das alles selbst und höchstpersönlich noch niemals zuvor woanders abgeschrieben!!! 😛

Leider wachsen die Problemberge in unseren Kulturen von Jahr zu Jahr, was ein sicheres Symptom für den anhaltenden Mangel an Innovation ist. Allein die grassierenden depressiven Erkrankungen sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass die verfügbaren kulturellen Güter unbefriedigend geworden sind.
Darüber hinaus steigen die Kosten für die Produktentwicklung beinahe exponentiell an, weshalb es zunehmend ökonomisch unattraktiver und riskanter wird, die Produkte auf dem Wege der Innovation den Kundenwünschen anzupassen.

Es hat sich in dieser Situation als „gute“ Geschäftssitte erwiesen, den Kunden vorzutäuschen, dass die Angebote sehr heterogen und hervorragend auf das Individuum abgestimmt sind, indem die Farbe und andere oberflächliche, aber im Grunde unbedeutende Produkteigenschaften kostengünstig variiert werden.
Juhu!!! Jetzt gibt es dieses Auto auch in pink und es passt endlich zu meiner Lieblingshandtasche!!! 😀

Auch hat es sich in vielen Fällen als kosteneffizienter gezeigt, die Menschen ein wenig zu beschwindeln anstatt die bereits etablierte Massenproduktion aufzugeben. Die daraus möglicherweise resultierenden, gerichtlich verfügten Geldstrafen werden praktischer Weise als ein Kostenfaktor kalkuliert und so den Kunden in Rechnung gestellt.
Juhu!!! Wenn ich diese Zigarette rauche, dann erlebe ich die Freiheit des wilden Westens!!! 😀

Im Rahmen der Sozialpsychologie werden seit einigen Dekaden intensiv Techniken erforscht, um die Kundenbeeinflussung möglichst effektiv auszugestalten. Allerdings werden dafür dringend umfangreiche Datensammlungen über die Kundschaft benötigt. Mit Hilfe von facebook und google+ erhalten die Wirtschaftsunternehmen und Sozialpsychologen letzten Endes genau jene Informationen, die sie so dringend benötigen. :(

Es stellt sich nun für uns die Frage, ob wir lieber optimal beraten werden möchten oder uns systematisch manipulieren lassen bis wir endlich die Kaufanweisung richtig ausgeführt haben.
Im ersten Fall stellen wir als Kunden die kritischen Fragen an die Hersteller. Dabei bleiben unsere sehnlichsten Wünsche, persönlichen Lebensdaten und kleinen Geheimnisse den Wirtschaftsunternehmen unbekannt. Im zweiten Fall werden wir selbst zu willenlosen Objekten der Wertschöpfungskette: Dabei kaufen wir Güter, welche wir eigentlich nicht brauchen, die unsere Gesundheit sowie die Gesundheit unserer Lieben und die Umwelt schädigen.

Um den Missbrauch der offenbarten persönlichen Daten zu vermeiden, denken bereits manche Experten über die Verstaatlichung von facebook und google+ nach. Aus der Perspektive der Volkswirtschaftslehre ist dies durchaus eine sinnvolle Überlegung, weil Netzwerke jeglicher Art öffentliche Güter sind.
Allerdings würde durch die Verstaatlichung eine noch sehr viel größere Gefahr entstehen: Es drohen dann die Verwirklichung des gläsernen Menschen und die Entstehung eines totalitären Überwachungsstaates.

Wenn erfolgreich diesen schrecklichen Bedrohungen begegnet werden soll, muss eine massenweise Datensammlung über die Meinungen, Gefühle, Interessen, Lebensgewohnheiten usw. grundsätzlich verhindert werden. Dies ist zwingend notwendig, um die Demokratie und Freiheit in unseren Kulturen zu verteidigen!!!

Blogs sind im Verhältnis zu den sozialen Netzwerken relativ unabhängig. Der Blogger hat eine sehr weitreichende Kontrolle über die preisgegebenen Daten.
Deshalb ist das Bloggen auf jeden Fall allen privatwirtschaftlichen oder verstaatlichten sozialen Netzwerken vorzuziehen. 8)

Es ist relativ einfach, einen Blog beispielsweise mit wordpress zu erstellen und von daher sind die Vorteile von google+ und facebook eher minmal. Auch das Mieten von webspace für einen Blog ist sehr preisgünstig geworden.
Blogger-Netzwerke sind unabhängige und freiheitliche Gemeinschaften!!!

Hoffnungsfrohe Grüße, Eure Bloggerin Auc :)

P.S.: Laut diverser Studien sind Mädchen und junge Frauen für soziale Netzwerke wie facebook oder google+ besonders empfänglich und werden teilweise sogar süchtig. Bitte, liebe Schwestern, lasst nicht zu, dass sie euch versklaven!!! :(
Es gibt auch sehr viele schöne und interessante Blogs von Mädchen. Wendet euch ab von facebook und google+ und werdet aktive Bloggerinnen!!! So wie ich. 😀

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4 Responses to “Soziale Netzwerke”

  1. Ecommerce ist doch der Hammer. Amazon – YouTube – Facebook. Und wenn Vidable eine Nische vollständig besetzt, häng ich mich dran. Ich hab das Gefühl, bei denen bewegt sich wieder etwas. Wie ist eure Meinung?

    • Auceza sagt:

      Meine Meinung dazu???
      Hmmm…
      ich glaube, dass Du hier ein paar Spam-Mails platzieren magst, um für Deine Geschäfte Werbung zu machen. 😛

      Naja… wenigstens schreibst Du in deutscher Sprache und darum mache ich einmal eine Ausnahme. 😀
      Englische Spammails habe ich nämlich schon etwa 20,000!!!… Du bist eine Rarität. 😉

      Und… für die Zukunft wäre es schön, wenn Du vielleicht noch etwas in Bezug auf den kommentierten Artikel schreiben würdest…
      dann wirken Deine Spam-Mails nicht vollkommen deplaziert. 😀
      Fröhliche Grüße, Deine Auc :)

  2. Danke für den Beitrag, hab gleich mal dein RSS Feed in meinen Google Reader geschmissen 😀

  3. Alain sagt:

    Jeder hat sein Binkerl zu tragen.

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