Unheiliger Patriotismus deutscher Nationen

Varusschlacht
Ich kann den Wert des Patriotismus nicht erkennen.

Natürlich sollten sich alle deutschen Bürger – gleichgültig welcher Couleur – für das Gemeinwesen und unsere Demokratie einsetzen. Die Menschen sind aufgefordert, sich aktiv mit einzubringen, ihre Meinung zu äußern, unsere Gesellschaft zu gestalten.
Das hat für mich nichts mit Patriotismus zu tun sondern ist eine demokratische Bürgerpflicht und dient dem Erhalt freiheitlicher Strukturen.
Nur so können auch unsere Kinder in politischer Freiheit leben.

Patriotismus hingegen ist dem Nationalitätsgedanken verhaftet, welcher aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert entstammt.
Die Welt ist via Internet zu einem globalen Dorf geworden. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verflechtungen sitzen wir alle im gleichen Boot. Wir müssen nun gemeinsam an den „Problemzonen“ der Menschheit arbeiten.
Nationalistische Alleingänge nach Art der USA sind im 21. Jahrhundert deplatziert. Der amerikanische Patriotismus kann kein Vorbild sein.
Er ist ein abschreckendes Beispiel.

Niemand auf der Welt hat ernsthaft etwas dagegen einzuwenden, wenn hierzulande „deutsche“ Traditionen und deutsche Sprache gepflegt werden. Auch ist eine Rückbesinnung auf das Germanentum sicherlich nicht fundamental verkehrt, um eine persönliche Identität zu bilden und sich in der Welt zu orientieren.

Die Germanen sind mit vielen anderen Völkern Europas eng verwandt und haben sich mit ihnen über Jahrtausende vermischt. So gehören beispielsweise die Angelsachsen zu unserer „Völkerfamilie“. Die Juden und zahlreiche andere Gruppierungen sind ebenfalls ein Teil davon, nachdem wir jahrhundertelang mit diesen Leuten friedlich zusammengelebt haben.
Im Grunde sind wir mit allen anderen Menschen auf diesem Planeten verwandt und befreundet – abgesehen von gelegentlichen Streitereien.

Nationalismus und Patriotismus beruhen nicht auf dem Volkswillen, nicht auf dem Willen der Bürger und ebenfalls nicht auf unseren Wurzeln, denn unsere Wurzeln sind friedlich und freiheitlich.

Vielmehr wurden durch die Nationalstaatsbildung Entfremdungsprozesse innerhalb der europäischen Völkerfamilie eingeleitet. Menschen wurden in den Krieg gegen ihre Nachbarn und Freunde getrieben um eines oftmals menschenverachtenden Staatswesens willen.

Wir leben gemeinsam auf einer Erde. Das ist eine Tatsache und keine „philanthropische“ Ideologie. Das globale Dorf ist Wirklichkeit und keine Utopie.

Das bedeutendste Problem bei der Herausbildung von Nationalstaaten ist, dass sie regelmäßig nicht durch das Volk betrieben wurde. Im Rahmen von Demokratisierungsbewegungen haben sich die Völker ihrer Tyrannen entledigt und das unheilige nationalstaatliche Erbe übernommen.
Gerade der deutsche Nationalstaat ist überhaupt kein Konstrukt des Volkes sondern ein von Königen und Kaisern im Rahmen blutiger Kriege als „kleindeutsche Lösung“ zusammengeprügelter Verein. Das deutsche Staatswesen ist noch heute durch und durch von demokratiefeindlichem Obrigkeitsdenken durchzogen wie beispielsweise das Hartz4-Modell überdeutlich beweist.

Diese Einstellung entspricht jedoch nicht der freigeistigen Mentalität der Germanen, welche ihre Selbstbestimmung stets schätzten und sogar im tiefsten Mittelalter eine Bauernrepublik wagten.
Die Germanen vertrieben wutentbrannt die imperialistischen Römer aus ihren Stammesgebieten. Sie waren ohne jedes Zögern dazu bereit, ihr Leben für die Freiheit der geliebten Familie zu opfern.
Das ist der wahre Geist des Volkes der Dichter und Denker.

Militante Preußenkönige haben den Untertanen Disziplin mit dem Rohrstock eingehämmert und auf diese Weise den freiheitlichen Geist des deutschen Volkes gebrochen.

Gerade der deutsche Nationalstaat ist eine Scheußlichkeit der Geschichte und keinesfalls eine „Erfindung“ des Volkes.

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Nachdem die Völker ihre Tyrannen abgesetzt haben und über Dekaden das nationalstaatliche Erbe selbst verwalteten, ist heute der nächste Schritt erforderlich:
die Internationalisierung der Demokratie.

Nur gemeinsam können die Völker Europas und anderer Kontinente die gewaltigen Probleme der Menschheit lösen. Alle Menschen sind aufgefordert, sich daran zu beteiligen. Jeder Mensch hat die Pflicht, für unsere Art aktiv zu werden, seine Stimme zu erheben und sich für das demokratische, freiheitliche Gemeinwesen lokal und global einzusetzen.

Das Internet bietet uns nun endlich die Möglichkeit dazu, bewusst zu werden, dass wir alle Menschen sind, dass wir alle die Freiheit verdient haben, dass wir alle eine Familie sind.
Europäer können dabei helfen, lokale Probleme in Afrika zu lösen. Afrikaner können dabei helfen, lokale Probleme in Amerika zu lösen. Amerikaner können dabei helfen, lokale Probleme in Asien zu lösen. Asiaten können dabei helfen, lokale Probleme in Australien zu lösen. Australier können dabei helfen, lokale Probleme in Europa zu lösen …

weitere Quellen:
Bauernrepublik
Varusschlacht
Niki Vogt: „Wurzeln“
Die Gedanken sind frei!

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