Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

Podemos!

Montag, Dezember 21st, 2015

Podemos
Spanien hat am 20.12.2015 gewählt. Die etablierten Parteien wie die kommunistisch orientiere Partido Socialista Obrero Español (PSOE) sowie die erzkonservative Partido Popular (PP) konnten die Wählerschaft kaum noch überzeugen.
Die PP verlor etwa ein Drittel an Zustimmung. Die PSOE musste ebenfalls erhebliche Verluste verbuchen.

Hingegen gelang es der recht jungen Partei Podemos, welche sich für mehr politische Partizipation der Bevölkerung und soziale Gerechtigkeit einsetzt, einen gewaltigen Stimmenzuwachs zu verwirklichen.
Auch die bürgerliche Partei Ciudadanos, die sich politisch primär gegen eine drohende Abspaltung Kataloniens wendet, erzielte beachtliche Stimmengewinne.

Wahlergebnisse elecciones generales 2011:
Wahlergebnisse_Spanien_2011

Wahlergebnisse elecciones generales 2015:
Wahlergebnisse_Spanien_2015_2

Das Wahlergebnis ist eindeutig: Die Bürger haben die konservative Regierung für Misswirtschaft, politischen Filz und ihre unfassbare Inkompetenz bei der Lösung der mannigfaltigen Probleme des Landes abgestraft.
Ebenso konnte die altgediente PSOE bei der Wählerschaft nicht punkten.
Letzten Endes sind PP und PSOE ohnehin als politisch Hauptverantwortliche für die schlimme Situation in Spanien zu betrachten.

Das spanische Volk verlässt die alten, ausgetrampelten Pfade und wagt Demokratie. Junge Parteien wie Podemos und Ciudadanos können mit neuartigen Ideen die Bevölkerung begeistern. Das traditionelle Zweiparteien-System wurde überwunden. Es herrscht Aufbruchstimmung.
Spanien zeigt sich in vorbildlicher Weise als eine lebendige Demokratie.

Hingegen dominieren in den meisten anderen europäischen Nationen politische Grabenkämpfe von Altparteien, welche seit Jahrzehnten kaum noch konstruktive Beiträge zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung geliefert haben.

Die Spanier haben uns Europäern bewiesen, dass Demokratie keinesfalls in ein korruptes, hinsichtlich der Selbstbedienung von Berufspolitikern optimiertes System hinauslaufen muss.
Auch in Deutschland, Frankreich und England ist nun der große politische Wandel, die demokratische Blüte so wie in Spanien denkbar geworden.
Wir sollten den Spaniern dankbar sein. Sie gehen als ein leuchtendes Beispiel voran, weisen allen Europäern den Weg in eine Zukunft der lebendigen Demokratie.
Podemos! (Wir können!)

Jedoch begeistert diese Wiederbelebung der Volksherrschaft weltweit nur sehr wenige Journalisten der Mainstream-Medien. Anstatt sich beeindruckt und erfreut zu zeigen von der willensstarken, lebendigen Demokratie auf der iberischen Halbinsel, findet sich überwiegend nur Kritik an der spanischen Wählerschaft.
So wird trotzig die PP, die eindeutige Wahlverliererin, zur „Gewinnerin“ erklärt, obgleich diese Partei lediglich bei der Besitzstandwahrung schwerste Verluste realisiert hat.
Seit wann gelten deutlich erkennbare Verlierer als „schwache Gewinner“?

Die PP ist zwar noch immer die stärkste Kraft, aber ohne Zweifel als sinkender Stern anzusehen. Es ist klar, dass sich nicht wenige langjährige Stammwähler der Konservativen dabei schwergetan haben, ihr Wahlverhalten sinnvoll zu verändern.
Dieser Umstand darf jedoch nicht in irgendeiner Weise als „Wahlsieg“ verklärt werden.

Sogar Nachrichtendienste als bedeutsame Verteiler von Informationen hetzen scheinbar unterschwellig gegen eine in neuer Lebendigkeit strahlende Demokratie. So verbreiten sie beispielsweise die fragwürdige Schlagzeile:
Wähler sorgen für politische Instabilität in Spanien.
Die Abwahl von Altparteien soll politische Instabilität bedeuten?

Der Nachrichtendienst Reuters mag wohl der spanischen Bevölkerung eine Schuld dafür zuweisen, dass sie sich erdreistet, frei zu wählen und ganz frech die „Wahlempfehlungen“ der „Alphajournalisten“ ignoriert hat.
Das Durchregieren des Landes erscheint zukünftig „erschwert“, weil die Mehrheitsbildung bei Abstimmungen nun stärker durch Kompromisse geprägt sein wird. Dies passt sicherlich nicht in die Konzepte aktueller europäischer Machteliten.
Konservative Alleingänge gegen den Volkswillen sind schwieriger geworden.
Was soll daran so schlimm sein?

Spanien ist nicht politisch instabil, weil Podemos mit einem gewaltigen Stimmenzuwachs als Wahlsiegerin ins Parlament ziehen konnte.
Vielmehr ist zu erwarten, dass es nun intensive Diskussionen über wichtige, wegweisende gesellschaftspolitische Entscheidungen geben wird.
Dies kann ein Demokrat nur begrüßen.

Die massenmediale Fehlinformation und Stimmungsmache sollte die Bevölkerung Europas nicht beeindrucken: Die Europäer können Demokratie, auch wenn es manchen zwielichtigen Mainstream-Medien zutiefst missfällt.
Podemos! Wir können!

Gefährliche Parallelgesellschaft

Freitag, Dezember 11th, 2015

Parallelgesellschaft

Insbesondere Thilo Sarazzin hat eine landesweite Diskussion über schädliche Parallelgesellschaften befeuert.
Sarazzin war auf der Suche nach Erklärungsmodellen für die beängstigenden Fehlentwicklungen innerhalb unserer Kultur.
Seine Überlegungen wurden sehr kontrovers debattiert. Als völlig inakzeptabel galten dabei seine Ausführungen über genetische Zusammenhänge.

Leider brachte die umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema Parallelgesellschaft keine grundlegend neuen Erkenntnisse und mit der Zeit ging das Interesse daran verloren.

Es ist nicht außergewöhnlich, dass innerhalb eines größeren Territoriums verschiedene Volksgruppen friedlich nebeneinander existieren, miteinander Handel treiben und sich gegenseitig inspirieren. Dabei haben sich im Verlauf der Geschichte immer wieder einige Gruppierungen gegenüber fremden Einflüssen stärker verschlossen als andere.

Deutschland war schon immer eine recht bunte Vielvölkergesellschaft.
Das zentrale Problem der Gegenwart ist also nicht, dass relativ heterogene Gemeinschaften miteinander und nebeneinander leben oder gelegentlich Konflikte austragen. Dies ist eine menschliche Normalität.

Bemerkenswerter Weise wurde bei der Besprechung gruppenbezogener Werthaltungen, Denk- und Lebensweisen die gefährlichste Parallelgesellschaft hierzulande überhaupt nicht ins Blickfeld geholt.

Die Abschaffung Deutschlands und die Zerstörung unserer Gesellschaft wird nicht durch Zuwanderung oder religiöse Überzeugungen wie dem Islam vorangetrieben, sondern durch eine Spaltung in Arm und Reich.
Die ansteigende Armut betrifft nicht nur die Muslime sondern breite Teile der Bevölkerung. Aufgrund einer irregeleiteten Politik löst sich der Mittelstand auf. Es sieht aktuell so aus, dass Deutschland einen ganz ähnlichen gesellschaftlichen Entwicklungspfad wie die USA einschlägt.

Die aufkeimende Dichotomie von Arm und Reich, die Auflösung der Mittelschicht sowie die gesamtgesellschaftliche Entsolidarisierung sind politisch gewollt und wurden gezielt durch gesetzliche Regelungen forciert.
Dies ist heute offenkundig.
Bei der Verwirklichung dieser katastrophalen Tendenzen waren CDU/CSU, SPD, die Grünen und auch die FDP eifrig beteiligt.
Diese etablierten Altparteien können somit eindeutig als Hauptverantwortliche für die Massenverelendung, die wachsenden innerkulturellen Konflikte und die Entstehung von radikalen Subkulturen bezeichnet werden.

Jedoch leugnen diejenigen, die Deutschland aktiv abschaffen und den Fortbestand der Bundesrepublik aufs Höchste gefährden, ihre Untaten.
Sie verbreiten verrückte Lügenmärchen und zeigen auf Unschuldige, um sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Die eigentlich gefährliche Parallelgesellschaft, die sich in Deutschland gebildet hat, ist die bürgerferne, egozentrische und skrupellose Politikerkaste, welcher auch der scheinbar rassistisch motivierte Sarazzin angehört.

Die Politiker der Altparteien haben sich abgeschottet von der Bevölkerung, bleiben unter sich, klüngeln gemeinsam, verfolgen plötzlich nur noch ihre eigenen Interessen.
Die Politikerkaste hat sich vom „Pöbel“ entsolidarisiert und verselbstständigt, spricht eine oftmals absurde, akademisch verblödete Sprache, pflegt dekadente Umgangsformen, zelebriert in „geschlossener Gesellschaft“ bizarre Rituale.

Die Massenverelendung wurde in Deutschland mit den verfassungsfeindlichen Hartz4-Gesetzen sowie der grassierenden Korruption innerhalb von Medien und Politik eingeleitet.
So entstand eine gefährliche Parallelgesellschaft, welche fortlaufend bürgerferne, vielfach sinnfreie sowie aus kultureller Perspektive nutzlose Gesetze entwickelt und propagiert, um auf diese Weise ein kleines Klientel von penetranten Bittstellern sowie natürlich sich selbst großzügig zu versorgen.

Die notwendige, geradezu zwingende Folge dieser schlimmen Entwicklung ist die Vernichtung demokratischer Strukturen.
Demokratie kann nur dann funktionieren, wenn die große Mehrheit der Bevölkerung nicht von der Hand in den Mund leben muss, nicht mit Beschäftigungsprogrammen, Brot und Spielen in hysterischer Manier abgelenkt wird.
Die Bürger müssen genug Muße finden, um sich gründlich mit Politik befassen zu können. Nur so ist es möglich, dass die Bevölkerung an politischen Entscheidungen angemessen partizipiert.

In diesem Zusammenhang bleibt festzuhalten, dass die Forderung nach einem ausreichendem Grundeinkommen für alle Bürger nicht als kommunistische Spinnerei sondern als eine unabdingbare Notwendigkeit für jede funktionierende Demokratie anzusehen ist.

Die dargelegten wesentlichen Voraussetzungen für eine lebendige Demokratie und für die Erhaltung der politischen Freiheit wurden von Rot-Grün mit der Agenda 2010 absichtlich eliminiert.
CDU/CSU und FDP ignorierten ebenfalls die entstehende Gefährdung der demokratischen Ordnung. Zudem haben die „konservativen“ Parteien zum Zwecke der persönlichen Vorteilsnahme und Bereicherung die furchtbare Demokratievernichtung freudestrahlend weiter vorangetrieben.

Die ständig von Politikern aller Couleur wiederholten neoliberalen Argumentationen zur Entfesslung der Marktkräfte sind als originär demokratietoxisch einzustufen.
Das deutsche Wirtschaftswunder der frühen Nachkriegszeit war wohl eher nicht das Ergebnis entfesselter Märkte sondern im eigentlichen Sinne ein Demokratiewunder.
Immer dann, wenn in der Menschheitsgeschichte weitgehend gerechte und demokratische Verhältnisse herrschten, entwickelte sich in der Folge auch eine kulturelle Blüte: Die Menschen konnten ihre Kreativität und damit ihr wesentliches Potential in politischer Freiheit entfalten.

Die neoliberalen Dogmatiker waren mit ihren einfach gestrickten Modellrechnungen nicht in der Lage, Wohlstand für die breite Mehrheit der Bevölkerung zu erzeugen.
Der Neoliberalismus konnte das große Versprechen der allgemeinen Wohlfahrt nachweislich nicht einhalten: Es blieb bei heuchlerischen Marketingsexzessen und dem Vorgaukeln von Traumwelten.
Die stets gefeierten und hochdekorierten intellektuellen „Meisterwerke“ der Wirtschaftsliberalen entpuppten sich als aberwitziges, weltfremdes Geschwätz.
Der Neoliberalismus ist an der Realität ebenso gescheitert wie kurz zuvor der Kommunismus.

Die entfesselten Marktkräfte haben eine extrem ungleiche Vermögensverteilung herbeigeführt und den Völkern ein höchst fragiles, durch wachsendes Chaos und Instabilität gekennzeichnetes Wirtschaftssystem beschert.
Die daraus resultierende gesellschaftliche Spaltung und hohe Unsicherheit hat überall im Abendland die Volksherrschaft ins Wanken gebracht.

Die Beseitigung von politischer Freiheit führte historisch besehen immer wieder zur Unterdrückungsgesellschaft, zu einer feudalistisch geprägten Sklavenhalterkultur verbunden mit allgemeiner kultureller Stagnation.
Dabei ist scheinbar die moderne Form der Unterdrückungsgesellschaft der Faschismus und nicht mehr die Adelsherrschaft.

Die Faschisten stehen sich aufgrund ihrer Gesinnung, ihrer Ideologie nahe und nicht aufgrund von Blutsverwandtschaft. Dabei sind die konkreten Inhalte der Ideologie gleichgültig. Es geht im Wesentlichen nicht um die Ideen selbst sondern vielmehr um das Gefühl der Gemeinschaft, um das group think. Es findet keine tiefsinnige Reflexion des eigenen Gedankenguts mehr statt sondern nur noch der Austausch von oberflächlichen Lippenbekenntnissen und Symbolhandlungen.
Menschen, welche die vorherrschende Ideologie der Faschisten teilen, haben eine relativ geringe Chance, in der starren Gruppenhierarchie aufzusteigen.

Faschismus kann als ein kämpferisches, elitäres und insbesondere antidemokratisches Bündlertum verstanden werden, welches die Bevölkerung knechtet, in Ketten legt und die Herrschaft im Eigeninteresse praktiziert.
Notgedrungen muss dabei gelogen, getäuscht und betrogen werden, um irgendwie innerhalb der entstehenden Scheindemokratie die eigene Macht zu legitimieren und zu bewahren.

Allerdings kommt der Zeitpunkt, an dem die Lügenmärchen der Faschisten, der elitären Parallelgesellschaft, nicht mehr geglaubt werden. Die Bevölkerung wendet sich demonstrativ ab und protestiert.
In dieser Stunde entscheidet sich, ob die Faschisten für ihre zahllosen Verbrechen an der Gesellschaft, für ihren Hochverrat, abgestraft werden können oder ob sie sich zu einem totalitären, menschenverachtenden und extrem brutalen Regime weiterentwickeln.
Die während dieser Vorgänge aufbrechenden moralischen Konflikte innerhalb der elitären Parallelgesellschaft werden zunehmend durch Selbstbetrug sowie durch eine absurd und dekadent wirkende (Geheim-)Sprache verschleiert.

Die elitäre Parallelgesellschaft hat sich in Deutschland bereits bei den etablierten Altparteien gebildet. Die Machthabenden kooperieren mit den Mainstream-Medien und werden in umfangreicher Weise von multinationalen Konzernen korrumpiert.
Der totalitäre, faschistische Staat ist gegenwärtig sowohl in den USA als auch hierzulande sowie in zahlreichen anderen europäischen Nationen in der Entstehung begriffen.

weitere Quellen:
[youtube width=“575″ height=“400″]https://www.youtube.com/watch?v=ZH8nuI27Vsg[/youtube]
Volker Pispers USA im Endstadium